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Schwarz gegen Weiß

TH
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Der Turm zieht drei Felder nach vorne, um die eigene Dame zu schützen. Damit opfert er sich und wird vom gegnerischen Pferd geschlagen. Ganz klar, worum es hier geht: Schach!


Bei diesem Spiel denkt man entweder an Schach-Großmeister mit russisch klingenden Namen oder hat ältere, Zigarre rauchende Männer vor Augen. Man bringt dieses Spiel garantiert nicht mit Kindergartenkinder in Verbindung. Warum nicht? Weil das Spiel zu komplex ist, logisches Denken erfordert und ein hohes Maß an Konzentration braucht. Weil es keine Action bietet, nicht bunt
ist und schon gar nicht kindgerecht. Stimmt doch, oder? Unter den zehn beliebsten Brettspielen für Kindergartenkinder findet man „Obstgarten“, „Tempo, kleine Schnecke!“ oder „Schnappt Hubi!“. Schach wird in keiner Liste geführt. Schade, eigentlich.
Jakob kam mit vier Jahren aus der Kita nach Hause und erzählte, er habe Schach gespielt. Na, klar. Kinder erzählen viele fantasievolle Geschichten. Er berichtete allerdings immer wieder davon. Auf Nachfrage der Mutter bei der Gruppenleiterin wurde dies bestätigt. „Ja, seit einiger Zeit spielen einige Kinder der Gruppe Schach. Jakob ist auch dabei. Es scheint ihm Spaß zu machen“, erklärte die Erzieherin. Ob das nicht ein etwas überhöhter Bildungsanspruch sei, fragte Jakobs Mutter nach und erfuhr, dass nicht die Pädagogen der Kita versuchten, den Kinder Schach zu vermitteln, sondern ein Kind aus der Gruppe. Der sechsjährige Liam habe sein Schachspiel von zu Hause mitgebracht und es interessierten Kindern erklärt. Seit dem gab es eine begeisterte Schachgruppe in der Einrichtung. Und, um die Spielleidenschaft der Kinder zu fördern, hat man vom ortsansässigen Schach-Club einen Schachtrainer engagiert, der einmalwöchentlich in die Kita kam und den Kindern die Grundzüge und Raffinessen des Spiels erklärte. Zwei Jahre später konnte Jakob in der ersten Klasse erstmals an einem Schachtunier teilnehmen. Zu Jakob: Er ist weder hochbegabt, noch ein Außenseiterkind. Er spielt gerne Spiele mit klaren Regeln, die logisches Denken erfordern. Und er hat kein Problem damit, zu verlieren. Sonst nichts. Ende der Grundschulzeit trat Jakob mit drei Freunden erstmals bei  Grundschulmeisterschaften in seinem Bundesland an. Das Tunier wurde in einer großen Sporthalle ausgetragen. Hunderte von Kindern, samt Eltern und Trainer sammelten sich dort. Unvorstellbar, wie so etwas funktionieren kann. Doch in der großen Halle herrschte absolute Ruhe. Die Kinder spielten hochkonzentriert ihre Partien auf Zeit. Es wurde nicht geredet, und die Anwesenheit von Eltern war nicht erlaubt. Beeindruckend. Schach bietet viele Vorteile: Es trainiert das Gehirn und zwar beide Gehirnhälften, es verbessert die Konzentration, lehrt den Umgang mit Erfolg und Misserfolg, fordert schnell kluge Entscheidungen zu treffen, stärkt das Selbstbewusstsein und bestimmt noch vieles mehr. Und: Es macht von klein auf Spaß.

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