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Hochbegabt - alles easy?

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Jedes Kind ist besonders. Bei hochbegabten Kindern ist der intellektuelle Abstand zum Durchschnitt aller Kinder aber besonders groß. Bedeutet das, dass für diese Kinder in der Schule alles easy ist?

Eins vorweg: Schulnoten lassen keinen Schluss zu, ob ein Kind hochbegabt ist oder eine besondere Begabung hat. Den gesicherten Nachweis erbringen psychologische Tests mit deren Hilfe die Begabungen des Kindes untersucht werden. Dazu gehört nicht nur ein IQ-Test, dessen Ergebnis durch Schwankungen der Tagesform, Motivation des Kindes oder auch der „Chemie“ zwischen Kind und Testperson gefärbt sein kann. Es ist vielmehr wichtig, das Kind ganzheitlich testen zu lassen, um die exakten Förderbereiche zu  ermitteln. Solche Tests können mit Kindern ab fünf Jahren aussagekräftig durchgeführt werden. Tests und Checklisten aus dem Internet eignen sich für den Hausgebrauch nicht. Das Thema ist sehr komplex, da jedes Kind in seiner Einzigkeit betrachtet werden sollte. Darum werden in der Praxis auch Kinder mit einer besonderen Begabung nicht in die Kategorien „hochbegabt“ und „besondere Begabung auf einem einzelnen Gebiet“ unterteilt. Da die Schulnoten und auch die Lernfreude eines Kindes nicht immer den Gedanken an eine Hochbegabung entstehen lassen, sind es eher die Beobachtungen einer pädagogischen Fachkraft, die zu der Entdeckung einer Hochbegabung führen. Ein hochbegabtes Kind kann zum Beispiel durch ein hohes sprachliches Niveau, hohe  Transferleistung beim Schulstoff oder eine gesteigerte Neugier auffallen. Jungen werden öfter als hochbegabt erkannt, weil diese meist extrovertierter und verhaltensauffälliger sind als Mädchen. Mädchen nehmen sich eher zurück und sind angepasster. Auch wird aufgrund von sozialen Benachteiligungsfaktoren eine Hochbegabung nicht immer erkannt. Das Klischee, dass Kinder mit einer besonderen Begabung ein Defizit in der sozialen Kompetenz haben, lässt sich übrigens statistisch nicht belegen. Vielmehr werden eine hohe Sozialkompetenz und ein hohes Gerechtigkeitsempfinden bei diesen Kindern beobachtet. Besteht die Vermutung einer Hochbegabung können Eltern sich an den Kinderarzt wenden. Dieser nimmt eine weitere Einschätzung vor. Zur genaueren Abklärung empfiehlt es sich, das Kind an einem Institut für einen Test anzumelden, das das Kind ganzheitlich hinsichtlich einer Hochbegabung oder einer besonderen Begabung untersucht. Ob ein Test immer erforderlich ist, wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Angeraten wird er immer, wenn die pädagogische Diagnostik ausgeschöpft ist, bei einer besonderen  zusätzlichen Symptomatik wie etwa Autismus oder ADHS und wenn ein Nachweis für den Besuch einer Schule für Hochbegabung erforderlich ist. Fördermaßnahmen können auch ohne eine vorherige Testung von der Schule vorgeschlagen und umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass die Förderung auf das Kind abgestimmt ist, denn Hochbegabung findet nicht alleine ihren Weg und kann wieder verkümmern. Ob mit oder ohne Diagnostik. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Lehrkräften ist hilfreich für die Umsetzung der Förderung und die Begleitung des Kindes auf seinem Weg in und außerhalb der Schule. Unabhängig von der Art der Förderung ist es sehr wichtig, die Selbstwirksamkeit des Kindes zu stärken und es in eine leichte Überforderung zu bringen. Durch Unterforderung können Verhaltensauffälligkeiten wie fehlende Motivation, Faulheit oder vermehrtes Auftreten von Flüchtigkeitsfehlern entstehen. Gerade während der Grundschulzeit erlebt das Kind seine Hochbegabung so, dass ihm vieles leicht zuzufallen scheint und es nichts für die Schule lernen muss. So erwirbt es keine Lernkompetenz, deren Fehlen in den höheren Klassen zu Problemen führt. Oft wird auch eine Diskrepanz zwischen kognitiven und motorischen Fähigkeiten beobachtet. Die Lösung einer motorischen Aufgabe ist im Kopf schon parat, bevor der Körper  den Lösungsweg überhaupt angefangen hat zu beschreiten. Das ist als ob das Kind die Aufgabe hat, zu einem Ort zu laufen, es gedanklich aber schon da ist, ohne überhaupt nur einen Schritt getan zu haben. Dieses Spannungsfeld nimmt es wahr, erkennt frustriert sein vermeintliches Scheitern an der Aufgabe, findet keine Worte für diese Situation und reagiert mit einer emotionalen Überreaktion. Eltern eines hochbegabten Kindes haben es nicht immer leicht, mit der besonderen Begabung ihres Kindes umzugehen. Da Hochbegabung grundsätzlich in allen Familien unabhängig vom Bildungshintergrund oder den Stärken der Eltern auftritt, kann es sehr fordernd sein, den Alltag mit einem hochbegabten Kind zu gestalten. Diese Kinder sind auf der Suche nach einem intellektuellen Gegenüber, das sie nicht immer finden. Alles easy ist die besondere Begabung für ein Kind und sein Umfeld also nicht. Auf das Kind abgestimmte Fördermaßnahmen, die zum schnelleren Durchlaufen der Schullaufbahn führen und/oder die Anreicherung des Lernstoffes (innerhalb  der außerhalb der Schule), Vertiefung von Interessensgebieten bzw. Projektarbeit innerhalb eines Spezialgebietes können zu einem Plan zusammengefügt werden, der das Kind begleitet und leitet. Diese Maßnahmen sollten von Zeit zu Zeit überprüft und angepasst werden. Eltern finden für den  Erziehungsalltag bei den ganzheitlich arbeitenden Beratungsstellen zur Hochbegabung eine Anlaufstelle.

Für weitere tiefer gehende Informationen sowie Beispiele für Anlaufstellen finden hier eine Auswahl:

www.fachportal-hochbegabung.de

www.m.karg-stiftung.de

www.psychologie.uni-frankfurt.de

www.forum-hochbegabung.de

https://vhs.frankfurt.de

https://www.stiftung-kleine-fuechse.de/beratungsleistung/

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