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Schnelldenker im Haus?

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Wenn Eltern herausfinden wollen, ob ihr Kind hochbegabt ist, geht das ganz einfach auf der Homepage des Satiremagazins „Titanic“. Dort klickt man auf ein „Schnelltest“-Feld mit der Aufschrift: „Ist mein Kind hochbegabt?“ Kaum ist man mit dem Cursor drüber gehuscht erscheint sofort ein großes „NEIN“. Hochbegabung ist immer für einen kleinen Lacher gut. Und beliebtes Thema bei Elternabenden übereifriger Eltern, die die Lern-Unlust oder soziale Inkompetenz ihrer Sprösslinge gleich als Hochbegabung einstufen. Doch so einfach ist es leider nicht. In der Begabungsdiagnostik unterscheidet man verschiedene Arten von Begabungen. Die allgemeine Intelligenz, die als Lern- und Denkfähigkeit verstanden werden kann. Die künstlerisch-musische Begabung, mit der Kinder besonders leicht ein Instrument lernen, malen oder Theater spielen können. Die sensomotorische Begabung, bei der es auf Geschicklichkeit ankommt, etwa beim Sport. Die soziale Begabung, also die Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen oder besonders emphatisch zu sein. Hochbegabte Kinder haben häufig mehrere dieser Begabungen, wobei sich allerdings nur die allgemeine Intelligenz in den gängigen Tests darstellen lässt. Alle diese „Gaben“ sind angeboren und nicht zu verwechseln mit angelerntem Wissen. Nicht jedes hochbegabte Kind liest früh oder gut und nicht jedes früh lesende Kind ist hochbegabt. Auch Schulnoten sind keine sichere Quelle, um eine besondere Intelligenz zu zeigen, denn sie zeigen nicht, mit welchem Aufwand sie erzielt wurden. Auch können Kinder mit Migrationshintergrund aufgrund fehlender Sprachkenntnisse hinter ihren eigentlichen Fähigkeiten zurückbleiben oder schüchterne Kinder halten sich zurück und zeigen in der Schule nicht, was sie können. Woher kommt aber dieses Streben, seinen Nachwuchs als besonders intelligent einstufen zu wollen, wo es doch eher hinderlich für die Kinder sein kann, ständig anders als die anderen zu sein? Weil Intelligenz zum Prestigeobjekt geworden ist. Als Aushängeschilder der gehobenen Mittelklasse gelten aktuell sanierte Altbauwohnungen, ein schneller SUV und eben auch hochbegabter Nachwuchs. Während Hochbegabung noch in den 1990er-Jahren eher kein Thema war, fängt der Turbo-Intelligenztest bereits in den Pekip-Gruppen an. Aus einem Ort, wo sich Eltern einfach nur austauschen und Babys übereinander krabbeln, wurde ein Wettbewerb, wer sich schneller auf den Bauch dreht oder sitzen kann. Simple Entwicklungsschritte werden heute genau beäugt und bei Erfolg entsprechend gefeiert. Unter diesem Druck könnten Eltern das Gefühl haben, ein detailliert gemalter Tyrannosaurus Rex spiegele das versteckte Genie des Kindes wider. Aber gibt es heute durch die schnelllebige Welt vielleicht tatsächlich mehr Hochbegabte? Detlef H. Rost, Professor für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie an der Philips-Universität Marburg, sagt: „Die Zahl der Menschen mit einem IQ über 130 ist heute die gleiche wie vor 20 Jahren. Es sind rund zwei Prozent der Bevölkerung.“ Ok. Ganze zwei Prozent. Kann jetzt nicht so schnell ausrechen, wieviel es dann genau sind … bin wohl raus dem Thema – kicher. Und was hat meine Mutter früher immer gesagt? „Jeder Mensch ist anders. Hauptsache gesund!“ Da könnte was dran sein …

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