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Stecker ziehen!

KF
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Was würde passieren, wenn es kein Internet mehr gäbe?“ Diese Frage stellte neulich ein Teilnehmer des Diskussionsforums „Digitales Fernsehen“ – natürlich im digitalen Netz. Die erste Antwort eines Forummitglieds kam prompt: „Ich würde sterben.“ Und das, obwohl der „User“ mit dem schönen Namen „Kinofreak“ die Zeit VOR dem Internet und Handys gekannt hat und „eigentlich schöner fand“. Warum er sie schöner fand, schreibt „Kinofreak“ leider nicht (vielleicht hat er mehr Zeit im Kino verbracht, anstatt sich die Filme aus dem Internet zu streamen?)

Die meisten können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Das geht sogar so weit, dass völlig neue Ängste entstehen. Neben der „Nomophobie“ – die Angst, ohne Smartphone unterwegs zu sein („No-Mobile-Phobia“) – ist die Sorge eng verwandt, keinen Internet-Empfang zu haben. Wer darunter leidet, darf sich FOBO (“Fear-ofbeing-offline“)-phobiker nennen. Damit bezeichnet man die (Trennungs-)Angst, ohne Internet unerreichbar für soziale und geschäftliche Kontakte zu sein. Die meisten Betroffenen finden sich in der Altersgruppe 18 bis 25 Jahre.

Da ich mittlerweile fast doppelt so alt bin und mich regelmäßig mit FreundInnen und KollegInnen von Angesicht zu Angesicht treffe, fühle ich mich nicht als Fobophobikerin.

Ich muss aber zugeben, dass ein Leben ohne digitales Netz und doppelten Boden (Smartphone und PC) auch für mich erhebliche Nachteile bringen würde. Denn viele Verabredungen laufen zum Beispiel schon über WhatsApp. Obwohl ich dafür noch selbst vor die Tür trete, wage ich vorher meist einen Blick auf die Wetter-App. Ohne Internet würde ich frierend in der U-Bahn oder klatschnass auf dem Fahrrad sitzen! Im Auto mutieren wir – ohne die stündlichen Verkehrsnachrichten abwarten zu müssen – online zum weltbesten Navi in menschlicher Gestalt. Kein hektisches Blättern des Beifahrers im Autoreiseatlas mehr! Und auch das Anlegen von Schneeketten auf dem Weg in verschneite Berge ist mit Hilfe der Youtube-Tutorials schnell erledigt.

Denk‘ ich an meine Reisen, fühle ich mich tatsächlich wie ein digitaler Nomade ... Flüge online gebucht, Hotel bei tripadvisor gecheckt, InsiderTipps dank Instagram und alles später auf Facebook gepostet ... ähem ... wie gut, dass ich auch im Herzen viel abgespeichert habe. Früher musste man dazu noch die Filmrollen in die Drogerie bringen und eine Woche auf die Entwicklung der Fotos warten ... Ja, das Warten ... Wir sind hektischer und ungeduldiger geworden, weil wir Informationen sofort online abrufen können. Wer häufig online surft, hat zwar das Gefühl, die ganze Welt im Wohnzimmer zu haben, aber macht das glücklich? Bin ich zufriedener, wenn ich weiß, wer wann, wo und was auf sein Brötchen geschmiert hat? Hm, vielleicht sollte ich mal eine online-Pause einlegen. Kann ja erst einmal nur ein Urlaubstag sein ...

Ich bin dann mal off – und werde wohl ein wenig leiden – es aber überleben.

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